Streichen

Welche Farben Ihr verwenden wollt, ist reine Geschmackssache. Es gibt Lacke, Acrylfarben, Kalkfarben, Kreidefarben, Lasuren, Milk Paint... Mit Lack oder Acrylfarbe zu streichen, setzt sicher ein wenig mehr Übung voraus als beispielsweise mit Kreidefarbe zu malen.

 

Für einen nicht deckenden Farbanstrich bieten sich Beize oder eine Lasur an. 

Beize

Holzbeize färbt das Holz ein. Man kann die Farbe so verändern oder auch einfach auffrischen. Die Maserung bleibt dabei sichtbar.

Beize wird mit einem Pinsel oder Lappen auf die fein geschliffene Holzfläche aufgetragen. Nach kurzer Einwirkzeit wird der Überschuss mit einem Pinsel in Maserrichtung abgenommen.

Lasur

Man unterscheidet Holzlasuren für den dekorativen Bereich und Holzschutzlasuren für den Außenbereich. Lasuren sind farbige Pigmentierungen, die kaum in das Holz eindringen und nur als leichte Schicht aufliegen. Sie lassen die Holzmaserung erkennen und wirken trotzdem wie eine Schutzschicht. Es gibt sowohl farblose als auch farbige Lasuren.

 

Für einen deckenden Farbanstrich habt Ihr die Qual der Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten.

Lack

Lack bildet eine geschlossene Schicht über dem Holz. Er hat eine dekorative und schützende Funktion, denn eine lackierte Fläche ist extrem unempfindlich gegenüber Abrieb, Schmutz und Wasser. Lack gibt es in farblos oder farbig, in matt oder glänzend. Am ungiftigsten sind Lacke auf Wasserbasis, sie sind auch am einfachsten zu Verarbeiten. 

Man sollte bei der Verwendung von Lack (wie auch bei anderen Farben) auf eine Grundierung nicht verzichten (s. Kapitel  -> priming/grundieren), sie sollten aber unbedingt zueinander passen. Hersteller-angaben beachten! Es gibt aber sehr praktische 2in1 Produkte, die Grundierung und Farbe miteinander kombinieren.

Lackieren kann man mit der Walze oder für die Künstler unter Euch mit dem Pinsel. Man sollte mindestens zwei Aufträge einplanen, jeweils mit feinem Zwischenschliff.

Acrylfarbe

Acrylfarben bestehen aus Pigmenten, Acrylteilchen als Bindemittel und (meist) Wasser. Es gibt auch Acryllacke auf Lösungsmittelbasis, aber besser zum Streichen auf Möbeln eignen sich die wasserbasierten. Ich arbeite sehr gerne mit den wunderbaren Farben von Fusion Mineral Paint und erläutere im Blog für Euch die Vorteile und die genaue Anwendung.

Kalkfarbe

Kalkfarben wurden früher besonders in Südeuropa benutzt, um die gemauerten Häuserfassaden zu malen.

Sie sind natürlich und schadstoffarm, diffusionsoffen und somit schimmelvorbeugend. Sie werden eher für Wände benutzt.


Kreidefarbe
Kreidefarbe, oder "Chalkpaint", wird aus natürlichen Pigmenten, Wasser und Kreide hergestellt, ist also völlig unbedenklich. Die Farbe hat eine samtig pudrige Optik und eine hohe Deckkraft. Sie ist relativ dickflüssig, lässt sich aber einfach aufbringen. Ich benutze sie sehr gerne, weil man schöne Effekte damit erzielen kann. Die Hersteller werben damit, dass man so gut wie alle Untergründe mit dieser Farbe streichen kann - und das Ganze sogar ohne vorheriges Anschleifen! Kreidefarbe ist jedoch relativ schmutzempfindlich und braucht unbedingt eine Versiegelung (s. Kapitel -> Versiegeln).

 

Es gibt diverse Hersteller von Kreidefarben, die bekannteste auf diesem Gebiet ist wohl die Marke Annie Sloan Chalk Paint. Es gibt aber auch sehr schöne Farben anderer Hersteller. Ich werde in diesem Blog verschiedene ausprobieren und Euch von meinen Erfahrungen berichten.

Mehr zu diesem Thema findet Ihr auch im Blogpost "Kreidefarbe - Fragen und Antworten".

Milk Paint

Eine weitere spezielle Art der Farbe ist Milk Paint, eine Milch-Kasein Farbe, die ich auch sehr oft und gerne benutze. Ihre Anwendung verspricht überraschende Effekte, denn die Farbe, die mit Wasser angemischt wird, variiert in ihrer Beschaffenheit je nach Menge des zugefügten Wassers. Sie reagiert auf jedem Untergrund unterschiedlich, mal ergibt sie eine deckende Fläche, mal erhält der Anstrich automatisch eine rissige Oberfläche und die Farbe platzt stellenweise ab. Ein wundervoller Effekt - aber nicht leicht kontrollierbar.  

 

Lest hier mehr über Milk Paint. Und hier findet Ihr einen Vergleich zwischen Kreidefarbe und Milk Paint.

Pinsel

Ob Ihr mit Pinsel oder Farbrolle arbeitet, mit einem flachen oder einem runden Pinsel, schräg angeschnitten oder nicht, hängt ganz von Euren eigenen persönlichen Vorlieben und Erfahrungen und natürlich von der zu verarbeitenden Farbe ab. Pinsel unterscheiden sich nicht nur durch die Form, sondern auch durch die Art der Borsten. Chinaborsten eignen sich für die Verarbeitung lösemittelhaltiger Anstriche, Pinsel mit Synthetikborsten sind für wasserhaltige Farben geeignet.

Ich nutze entweder einen schräg zulaufenden Pinsel mit Synthetikborsten oder auch einen runden Pinsel mit Naturborsten. Ich achte dabei auf eine gute Qualität.

 

 

 

 

 

Malt man mit Pinsel, lassen sich Pinselstriche zwar minimieren, aber meist nicht ganz vermeiden. Wenn man Kreidefarbe benutzt, ist man normalerweise zufrieden damit, eine gebraucht wirkende, shabby Oberfläche zu erhalten, auf der Pinselstriche nicht weiter auffallen, sondern vielleicht sogar erwünscht sind. Der Effekt darf gerne gebraucht und eben auch ein bisschen unperfekt sein. Möchte man die Pinselstriche vermeiden, gibt es ein paar kleine Tricks: Einen hochwertigen Pinsel benutzen, die letzte Farbschicht leicht mit Wasser vermischen und ganz am Ende mit einem feinen 400-er Papier noch einmal leicht (!) überschleifen.

-> Weiter geht´s mit verschiedenen Shabby Chic Techniken!

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