Zum Thema Schleifen

June 25, 2017

 

Mich hat die Frage erreicht, was man als blutiger Anfänger der "Möbelstreichen-Disziplin" unter "Anschleifen" eigentlich versteht, womit man schleift und welches Material man dazu am besten besorgen sollte.

 

Daher habe ich mich entschlossen, dem Thema "Schleifen" einen eigenen

Post zu widmen.

 

Wenn Ihr Möbel im shabby Stil streichen möchtet, benötigt Ihr das Schleifpapier für verschiedene Arbeitsschritte. Ganz zu Anfang sollte man das Möbelstück anschleifen, um die Oberfläche "griffig" zu machen für die folgende Farbe. Sie soll ja gut haften. Danach möchtet Ihr die aufgebrachte Farbe für den shabby Effekt an ausgewählten Stellen wieder abnehmen, um Abnutzungserscheinungen künstlich herbeizuführen. Für beide Schritte braucht Ihr Schleifpapier. 

 

 

 

Die Körnung

 

Schleifmittel gibt es in verschiedenen Körnungen, von fein bis grob. Das erklärt sich so: Auf das Papier oder Vlies aufgebracht sind sogenannte Schleifkörner. Grobes Schleifpapier zeichnet sich durch eine geringere Anzahl von Schleifkörnern aus, sie liegen weiter auseinander und erzeugen daher ein gröberes Schleifbild.

Feines Schleifpapier hat viele Schleifkörner, sie liegen dicht beieinander und erzeugen ein feines Schleifbild. Die Körnung ist auf der Rückseite des Papiers in Zahlen angegeben, dabei steht ein hoher Wert (z.B. 240) für viele Schleifkörner, also für ein feines Papier, ein niedriger Wert (z.B. 80) steht für wenige Körner und somit

ein grobes Papier.

 

 

 

 Ein grobes Schleifpapier mit hoher Körnung (40 - 120) erzeugt einen hohen Abtrag, das Schleifbild ist sehr grob. Man benutzt dieses Papier um Unebenheiten oder Kratzer zu entfernen oder wenn Ihr grobe Bretter glätten wollt.

 

Eine mittlere Körnung (150-180) wird benutzt, um die Oberfläche anschließend zu verfeinern. Auch wenn Lackreste entfernt werden sollen, ist dieses Schleifpapier geeignet.

 

Um eine sehr feine Oberfläche zu erhalten, wenn man Holz beispielsweise beizen oder natur belassen möchte, sollte man ein Papier mit einer hohen Körnung von 220-240 oder sogar bis zu 320 benutzen.

 

Um Möbelstücke anzuschleifen, bevor sie mit Kreidefarbe gestrichen werden, nutze ich meist eine Körnung von 150. Dabei schleife ich wirklich nur ganz leicht mit wenig Druck, die Oberfläche soll einfach nur angerauht werden.

 

 

 

Die Schleifmittel 

 

Man unterscheidet zwischen Schleifpapier für die Maschine und Schleifpapier für den Handschliff. Für die Schleifmaschine gibt es fertig zugeschnittene Schleifpapiere, die auf die Maschine aufgeklettet oder aufgespannt werden.

 

 

 

 

Wenn man keine Schleifmaschine hat und das Möbelstück soweit in Ordnung ist, reicht für das grobe Vorschleifen ein Handschliff vollkommen aus. 

 

Dafür gibt es verschiedene Schleifmittel. Schleifpapier wird verkauft auf Rollen oder auf DIN A 4 Bögen. Auch hier ist die jeweilige Körnung aufgedruckt. Das Papier kann zerschnitten werden und um einen kleinen Schleifklotz gewickelt werden. 

 

 

 

 

 

Wenn es darum geht, Rundungen, Verzierungen oder Kanten anzuschleifen, benutze ich ein flexibles Schleifvlies, denn mit dem festen Klotz kommt man hier nicht weiter.

 

 

 

Flexible Schleifvliese 

 

Diese flexiblen Schleifmittel habe ich im Baumarkt gefunden und getestet:

 

 

 

 

1. Fester Schleifblock

Ungeeignet für Rundungen, Profile, Kanten.

 

 

2. Dicker Schleifschwamm 

Schleifschwämme gibt es in unterschiedlichen Körnungen, fein, mittel und grob. Dieser ist recht dick. Er liegt super in der Hand, ist flexibel und passt sich den Rundungen

gut an. 

 

 

3. Dünner Schleifschwamm

Diese Schwämme kommen im Paket mit drei unterschiedlichen Körnungen. Die Schwämme sind etwas dünner, liegen ebenfalls sehr gut in der Hand und sind für feine Rundungen und kleine Verzierungen noch besser geeignet als der dicke Schwamm.

 

 

4. Stahlwolle

Meine Recherche zu Stahlwolle hat ergeben, dass sie das Holz verfärben kann und somit in der Holzwerkstatt nichts zu suchen hat. Sie ist zwar sehr flexibel und liegt gut in der Hand, aber hier wäre ich vorsichtig.

 

 

5. Schleifvlies Pad

Dieses Pad ist für meinen Geschmack zu hart und lässt sich kaum biegen. Damit kam ich persönlich nicht klar, aber sicher gibt es hier auch andere Meinungen.

 

 

 

Kaufempfehlung

 

Der Anfänger ist mit einem Schleifklotz mit Schleifpapier in Körnung 150 gut beraten. Dieses ist für das Vorschleifen geeignet. Wenn das Möbelstück Rundungen oder Verzierungen aufweist, würde ich zusätzlich einen dünnen Schleifschwamm mit mittlerer Körnung besorgen.

 

Für das Herbeiführen der Shabby Stellen nach dem Streichen empfehle ich ein Schleifpapier in Körnung 240, das man entweder um den Schleifblock legt oder auch einfach klein faltet und ohne Klotz benutzt. 

 

 

Nun hoffe ich, dass ich Euch ein bisschen schlauer machen konnte was das Schleifen angeht. Ich mach mich wieder an die Arbeit!

 

 

 

... gone paintin´...

 

 


Eure Daggi 

 

 

 

Im nächsten Post geht es wieder etwas kreativer vor. Ich stelle Euch einen alten Nachtschrank vor, der ziemlich langweilig war. Bevor er eine Veränderung

erfahren hat! 

 

 

 

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