Was die russische Cholchoma Malerei mit meiner Kaffeedose zu tun hat

February 28, 2018

Erwähnte ich bereits, dass ich meinem Trödelladen ab und zu einen Besuch

abstatten muss? Wer hier öfters mit liest, weiß das vielleicht. Bei einem dieser Ausflüge jedenfalls fand ich neulich diese kleine Dose. Sie gefiel mir auf Anhieb. Fröhlich, bunt und vor allem mit einer praktischen Form. 

 

 

Perfekt für die Küche, man könnte wunderbar Kaffee einfüllen (oder Teebeutel) und die Dose an die Wand hängen. 

 

Neugierig machte mich der Aufkleber auf der Rückseite.

 

 

Da ich die Schrift nicht lesen kann und auch so spontan niemanden kenne, den ich hätte fragen können, stellte ich die Frage über Instagram in die Runde. Und zack, schon hatte eine meiner Leserinnen die Antwort parat: Die Dose stammt aus Gorodez, einer Stadt an der Wolga in Russland.

 

Denen unter Euch, die mehr wissen wollen, kann ich soviel verraten: Die nahe liegende Stadt Nischni Nowgorod ist international bekannt für die sogenannte Cholchoma Malerei. Sicher kennt Ihr die russischen Matroschka Puppen (meine Kinder nennen sie "Puppe-in-Puppe-in-Puppe-in-Puppe"). 

 

(Hier übrigens witzigerweise ein Foto von einem Haufen dieser Puppen, ebenfalls im Trödelladen:)

 

Cholchoma-Malerei und die Bemalung dieser Holzpuppen haben offenbar denselben Ursprung, aber um 1928 herum setzte sich die Cholchoma-Malerei als eigenständige Handwerkskunst ab. Sie konzentrierte sich ab dann ausschließlich auf Geschirr und Möbel.

 

Mein Insta-Kontakt wusste noch zu berichten, dass die Dose 2 Rubel gekostet hat und dass es sich um eine Dose Salz handeln müsste.

 

Mit Salz hätte ich nun nicht gerechnet!

 

Nach meinem kleinen Ausflug in dieses Thema war ich versucht, die Handwerkskunst dieser Dose zu schätzen und sie so zu belassen. Aber ehrlich gesagt, trifft sie nicht meinen Geschmack. Und bevor sie hier (oder im Trödelladen) nutzlos herumsteht, beschloss ich, sie meiner Einrichtung ein wenig anzupassen.

 

Ich hatte noch diese niedlichen kleinen Probedosen von Fusion Mineral Paint hier stehen. Ich habe sie netterweise zur Verfügung gestellt bekommen, um diese Farben einmal auszuprobieren.

 

 

Fusion Paint ist eine wasserbasierende Acrylfarbe, die wunderbar deckt und die Versiegelung bereits enthält. Wie praktisch! 

 

Sie ist etwas dünner als Kreidefarbe und lässt sich wunderbar streichen. Die Deckkraft ist gut und man sieht keine Pinselstriche.

 

Da der Ton, der mir für diese Dose vorschwebte, nicht dabei war, mischte ich ihn mir zurecht und strich die Dose zweimal.

 

Was soll ich sagen, ich bin begeistert! 

 

Zwei Schichten Farbe, einen Schablonen-Schriftzug und zwei kleine Klebebilder später sieht meine Dose nun so aus:

 

 

 

Die Klebebilder sind eigentlich "Reibebilder" von Tim Holtz. Ich habe sie bei Amazon gekauft und sie sind super easy anzuwenden. Einfach ausschneiden, auflegen und mit einer Art Eisstiel, der mitgeliefert wird, aufreiben. Folie abziehen, fertig!

 

Einfacher geht es nicht. Ganz nach meinem Geschmack.

 

 

 Ich bin begeistert von meiner kleinen Kaffeedose aus Russland. Und auch wenn ich sie übergemalt habe, schätze ich sie sehr. Und es ist doch besser, als sie im Trödelladen vermodern zu lassen, oder?

 

  

Sie hängt nun in meiner Küche und ich freue mich täglich, wenn ich zum Kaffee greife.

 

 

 

Was meint Ihr - hätte ich sie lieber original belassen sollen? Oder seid Ihr einverstanden mit meiner Umwandlung?

 

 

... gone paintin´...

 

 

Eure Daggi

 

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