Wie man mit Gold eine einfache Kommode aufwertet

April 26, 2018

Manchmal sehe ich etwas bei Ebay Kleinanzeigen und muss es sofort haben. Dann wandert es in meine Garage, um dort erstmal eine Weile zu verharren. Und einige wenige Male frage ich mich nach einer Weile, was mich geritten hat, dieses Teil zu kaufen. Dann wundere ich mich über mich selbst.

 

So ging es mir mit dieser kleinen Kommode:

 

 

Sie war günstig zu haben und in der Nähe, wahrscheinlich habe ich deshalb zugeschlagen. In Wahrheit ist sie aus Pressholz gefertigt, und je länger ich sie mir in der Garage anschaute, umso weniger Ideen hatte ich dafür. Die Schnörkel vorne gefielen mir irgendwie nicht mehr, alles glänzte zu sehr und das ganze Teil wirkte irgendwie zu breit.

 

Also blieb die Kommode ein gutes halbes Jahr unbeachtet auf dem Stapel in der Garage. Aber wie es manchmal so ist, formte sich so langsam eine Idee in meinem Kopf.

 

Also habe ich meinen goldfarbenen Metalliclack von Rust-Oleum hervorgeholt und der Kommode an den entscheidenden Stellen erst einmal einen Voranstrich gegeben. Die Stellen, die später im shabby chic Look unter der anderen Farbe hervorschauen sollen. Das waren die Füße, die Ecken der Deckplatte und die Ornamente und Kanten der Schubladen. 

 

Natürlich war ich wieder zu faul zum anschleifen. Den Lack musste ich daher in fünf Schichten auftragen, bis er vollständig deckte. Dann aber sah er umso schöner aus!

 

 

Die Beine habe ich auf dem unteren Drittel mit meinem Lieblingsklebeband Frog Tape abgeklebt und dann folgten zwei Schichten Annie Sloan Kreidefarbe in Graphite (einer meiner Favoriten-Farbtöne!) für die gesamte Kommode. Ich verdünne mir die Farbe gerne ein wenig mit Wasser, so lässt sie sich leichter auftragen. Ich habe einen schönen dicken Pinsel von Lignocolor benutzt, den ich neulich geschenkt bekam - ich muss sagen, er könnte zu meinem Lieblingswerkzeug werden! 

 

 

Jede Schicht habe ich zwischendrin gut trocknen lassen. Vom Gold sah man am Ende bis auf den unteren Teil der Füße nichts mehr, aber wartet ab!

 

Die nächste Schicht Graphite Kreidefarbe habe ich gut mit Wasser verdünnt und nach dem Auftragen nur ganz kurz antrocknen lassen. Jetzt kommt die wet distress Methode ins Spiel, die ich auch hier schon einmal erklärt habe. Ihr nehmt ein feuchtes Tuch und wischt vorsichtig die gerade erst angetrocknete Farbe an den Stellen wieder ab, die Ihr sichtbar machen wollt! Bei mir waren das die Kanten der Schubladen, die Ecken der Deckplatte und die Ornamente. Eben alles, was ich vorher mit Gold vorgestrichen hatte. 

 

 

Und siehe da: Das Graphite und das Gold harmonieren wunderbar miteinander und die ganze Kommode sieht plötzlich hochwertig und massiv aus! In meinen Augen eine wundervolle Verwandlung! Von oll zu toll, um es mal platt auszudrücken.

 

 

Hier auf dem Bild seht Ihr übrigens, dass die Farbe noch nicht ganz getrocknet ist, als ich mich ans wet distressing gemacht habe.

 

Für die Versiegelung habe ich mich für das dark wax von Annie Sloan entschieden, denn es bringt den Graphiteton der Farbe noch einmal mehr zur Geltung. Hier sieht man, wie es die Farbe noch dunkler und intensiver macht:

 

 

Und hier seht Ihr nochmal den Unterschied von gewachster Schublade (oben) zur

nicht gewachsten (unten):

 

 

Ein toller satter Farbton, wie ich finde.

 

Ich habe das Wachs mit einem Pinsel aufgetragen. Notiz an mich: Unbedingt in einen hochwertigen Wachspinsel investieren! Ich habe es mir schon so oft vorgenommen, meist arbeite ich aber mit einem Tuch und bin daher noch nicht dazu gekommen. Aber ich habe mich hier richtig über den billigen Pinsel geärgert.

 

Warum? Vielleicht ist das Ergebnis noch nicht mal schlechter, aber was wirklich RICHTIG nervt, ist, dass billige Pinsel ihre Haare verlieren! Ich war ständig damit beschäftigt, die losen Haare mühsam von der Oberfläche zu picken. Da lohnt sich die Investition in einen hochwertigen Pinsel in jedem Fall. 

 

Und hier kommt nun die fertige Kommode: 

 

 

 

 

Was meint Ihr? Mögt Ihr Gold? Ich finde, die beiden Farben harmonieren bestens miteinander und es ist ein hochwertiges, schickes Teil entstanden.

 

 

 

Mein Mann wollte sie behalten und das Aquarium darauf stellen - aber das habe ich ihm ausgeredet. Das würden die filigranen Beinchen wohl kaum aushalten. 

 

 

Ich finde die Kombination toll, habe aber bei mir im Haus (natürlich) keinen Platz mehr für das Möbelstück. Wer mag und in der Nähe wohnt, schaut doch mal auf meiner Shop Seite, hier steht sie nämlich ab sofort zum Verkauf.

 

 

 

 

Macht´s gut!

 

... gone paintin´...

 

 

Eure Daggi 

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