Workshop mit Jonathon Marc Mendes

March 27, 2018

Als ich begann, mit Kreidefarbe zu arbeiten, führte mein Weg mich sehr schnell zur britischen Marke Annie Sloan Chalk Paint. Sie ist Marktführerin auf diesem Gebiet, ihre Farben sind weltweit über Einzelhändler erhältlich, es gibt unzählige inspirierende und lehrreiche Videos zur kreativen Anwendung der Produkte.

 

Relativ schnell stieß ich bei meinen Recherchen dann auch auf den Namen

Jonathon Marc Mendes. Ein unglaublich talentierter Möbelkünstler aus England, der im Jahr 2017 von Annie Sloan persönlich zum "Annie Sloan Artist-in-Residence" ernannt wurde.

 

 

Mein absolutes Lieblingsstück von Jonathon Marc Mendes ist dieser Stuhl, der eigentlich ein Stoffpolster hat, von ihm aber mit den Kreidefarben so veredelt wurde, dass er aussieht wie ein antiker Lederstuhl. Ich bin begeistert von der Verwandlung!

 

 

Hier noch zwei weitere Arbeiten:

 

 

 

 

Als ich gefragt wurde, ob ich an einem Workshop mit Jonathon Marc Mendes teilnehmen möchte, um darüber in meinem Blog zu berichten, sagte ich natürlich sofort begeistert zu. 

 

Vanessa von "Simply Vintage" ist Annie Sloan Händlerin in Ubstadt/Weiher. Sie hat auf eigene Faust diesen zweitägigen Workshop organisiert. Der erste Tag war für die deutschen Annie Sloan Händler reserviert, die eigene Möbelstücke mitgebracht hatten und diese unter der Anleitung von Jonathon in ganz individuelle Schätze verwandeln konnten. 

 

 

Am zweiten Tag stand die Vorführung von ganz speziellen Kreidefarbetechniken auf dem Programm und zu diesem Tag war auch ich eingeladen. Es sollten verschiedene Möbelstücke vor unser aller Augen vom Künstler persönlich verwandelt werden. 

 

Voller Neugier auf dieses Event bin ich also einmal quer durch Deutschland gekurvt.

 

Und habe ein unvergessliches, kreatives und tolles Wochenende verbracht.

 

Jonathon stellte sich als witziger, sehr verbindlicher und bodenständiger Mensch heraus, der eine unglaubliches Kreativität in sich trägt. Neben seiner Tätigkeit als Möbelkünstler ist er, so erzählt er gleich zu Anfang, noch immer halbtags als Friseur tätig. Seinen ersten Kontakt mit Kreidefarbe bekam er vor drei Jahren eigentlich per Zufall. Ein Freund von ihm hatte damit gearbeitet und ihm angeboten, es einmal auszuprobieren. Die Konsistenz der Farbe kam ihm seltsam vor, sagt Jonathon, beim googlen zuhause wurde ihm dann erst bewusst, was für eine Welt Annie Sloan mit ihren Kreidefarben bereits erschaffen hatte und er vertiefte sich in das Thema. Er übte und malte, er postete seine Projekte über seine Facebook Seite, die nach kürzester Zeit bereits über 20.000 Follower hatte. Dies blieb auch Annie Sloan persönlich nicht verborgen, sie rief ihn an und sagte, sie möge seine Arbeit.

 

Er sei aber noch nichts Besonderes. 

 

Ansporn genug für Jonathon, seine Techniken zu verändern, zu verbessern, zu etwas Besonderem zu werden. Nach zwei Jahren war es so weit, der Anruf von Annie Sloan kam und der Rest ist Geschichte. Als "Painter-in-Residence" reist Jonathon durch die Welt, seine letzten Workshops hielt er in Schweden, Griechenland und Südafrika - und nun treffen wir ihn zum ersten Mal auch bei uns in Deutschland, in Ubstadt/Weiher.

 

Für uns hat Jonathon dabei verschiedene Techniken im Gepäck, die er uns an sieben verschiedenen Möbelstücken demonstrieren wird. So zeigt er uns als Erstes, wie er eine hölzerne Deckplatte einer antiken Kommode in eine Marmorplatte verwandelt. Natürlich nicht echt, aber mehr als täuschend echt. 

Marmor, so erzählt er, sei in England so selten, daher liebe er es. In Griechenland, wo er vor kurzem war, mag niemand Marmor. Sie haben zu viel davon und überstreichen es lieber. 

 

 

Wenn Jonathon zuhause ein Möbelstück streichen möchte, lässt er es erst einmal eine Weile an seinem Platz stehen. Lässt es auf sich wirken, geht immer wieder daran vorbei, und irgendwann kommt ihm die Idee.

 

Soviel Zeit gibt es hier nicht, die Möbelstücke rotieren, ist eine Schicht gestrichen, wird das Stück von fleißigen Helfern zum Trocknen in die zweite Reihe geräumt und ein weiterer Arbeitsschritt am nächsten Teil ist an der Reihe.

 

Es sei lustig, erzählt Jonathon im Laufe des Tages, wie wenig er zuhause schaffe. Da brauche er für ein Möbelstück schon mal drei Tage. Hier schafft er sieben an einem Tag, woran das wohl liege? Aufmerksamkeit, ruft eine der Teilnehmerinnen und Jonathon lacht. Richtig, sagt er, er habe daheim Haus und Garten zu versorgen und einen Tee müsse er zwischenzeitlich ja auch mal trinken.

 

Nun kommt ein steinerner Frauenkopf, der kurzerhand verwandelt wird in ein antikes, rostiges Stück, wiederum eine täuschend echte Illusion, nur mit Farbe und

Achtung - Zimtpulver (!) erschaffen. Da muss man schon kreativ sein.

 

 

Die Decoupage Technik mit Servietten wird auf einem kleinen Nachtschrank gezeigt, der in einer nächsten Runde gestrichen und dann noch dunkel gewachst wird. Möchte mal jemand helfen, fragt Jonathon, aber niemand traut sich. Wir lassen den Meister arbeiten und schauen fasziniert zu. Er hantiert mit Pinsel und Sprühflasche, benutzt Fön und Frischhaltefolie, sogar ein Farnblatt hat er mitgebracht. Auffallend ist, dass er mit viel Wasser arbeitet und fast alle Farben verdünnt. Das entspräche eher den Farben, die er gewöhnt ist, so erzählt er, denn er habe in jungen Jahren lange Zeit Acrylmalkurse besucht. 

 

Jonathans Lieblingstechnik, seine Spezialität, ist daher auch das wet distressing. Die Kommode, die schon die Marmorplatte erhalten hat, wird wieder hervorgeholt und mit verschiedenen Farben, viel Wasser und mehreren Lappen in ein Meisterstück verwandelt. Zum Schluss noch ein paar aufgespritzte Wurmlöcher und schon ist es das Lieblingsstück des Tages, wie Jonathon es selber bezeichnet. 

 

 

Nicht immer wisse er vorher, wie das Ergebnis genau wird, manchmal mache er Fehler, die dem Stück dann aber oftmals genau das besondere Etwas geben. Jonathons Möbelstücke entstehen erst während der Arbeit, die Ideen kommen ihm beim Malen und manchmal wird eben doch alles ganz anders.

 

So geht der Tag viel schnell zu Ende, was bleibt sind sieben wunderschöne Möbelstücke, eine Menge neuer Eindrücke und viele tolle Begegnungen.

 

 

Nach getaner Arbeit nehmen wir in Vanessas wunderschönem Laden noch ein Getränk zu uns. Solltet Ihr einmal in der Gegend sein, schaut hier bitte unbedingt hinein: Ich habe noch nie einen so liebevoll eingerichteten und ausgewählt bestückten Vintageladen wie ihren gesehen. Hier wird natürlich auch Annie Sloan Chalk Paint verkauft und  auch Workshops stehen auf dem Programm. 

 

Ich nutze noch die Möglichkeit, ein gefilmtes Interview mit Jonathon im Laden zu führen. Übrigens sein erstes Interview in Deutschland!

Doch das bekommt Ihr erst im nächsten Post zu sehen.

 

Den Abend beschließen wir ganz süddeutsch mit Schnitzel und Bratkartoffeln im örtlichen Restaurant und alle sind sich einig: Das Event wird unbedingt wiederholt! 

 

Für Euch werde ich alle Techniken, die Jonathon während des Workshops erklärt hat, ganz in Ruhe aufarbeiten und als Blogpost genauestens erklären.

 

Natürlich mit Einverständnis des Meisters. Seine Techniken erklärt er mit ausführlichen Videos auch in seiner "Jonathon Marc Mendes - Painted Love Academy", zu der man sich anmelden muss und die kostenpflichtig ist. Schaut doch mal rein!

 

 

Ich freue mich, wenn Euch mein Bericht gefallen hat. Im nächsten Post dann das Interview als Video mit Übersetzung für Euch, denn Jonathon ist als Nordengländer nicht immer leicht zu verstehen.

 

 

Hier findet Ihr übrigens Jonathon´s Blogpost über seinen Deutschlandtrip.

 

 

... gone paintin´...

 

Eure Daggi 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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