• gonepaintin

BEIZEN MIT KREIDEFARBE - EIN NACHTTISCH AUS LUXEMBURG

Aktualisiert: Mai 12

Man sieht ja viel als Ebay Kleinanzeigen Käufer. Gerade letzte Woche habe ich innerhalb von wenigen Tagen zwei absolut konträre Shoppingerlebnisse gehabt. Die erste Kommode habe ich abgeholt aus einer Wohnanlage in einem fragwürdigen Stadtteil, Beschreibung der Wohnung und des Verkäufers erspare ich Euch.


Die andere hingegen stammt aus einer Villa in feinster Elblage. Verkauft von Sohn und einem unglaublich reizenden älteren Herren, seinem Vater. Ich kann gar nicht beschreiben, wie nett dieser Verkauf war. Der Sohn erklärte, sie würden ein bisschen "ausmisten" und erzählte, der Nachttisch würde aus einem Hotel in Luxemburg stammen, dass seine Eltern einst betrieben hatten.



Die Form dieses kleinen Tisches finde ich einfach nur schön! Eigentlich wollte ich ihn so lassen, nur ein bisschen aufarbeiten. Aber da mein Mann sofort Interesse anmeldete, ihn in das "Herrenzimmer" zu stellen, fügte ich mich seinem Wunsch: Weiß.


Ich habe mich für Milk Paint von Miss Mustard Seed entschlossen. Schon lange liegt eine Tüte "Farmhouse White" hier und für dieses kleine Projekt ist sie genau richtig. Die Deckplatte des Tisches möchte ich gerne in Holzoptik lassen, einfach damit es ein bisschen spannender wird.

Dazu schleife ich sie erst einmal gründlich ab, denn ein paar Kratzer gab es.


Um ihr dann wieder Farbe zu geben, wollte ich dieses Mal etwas Neues ausprobieren. Statt einer fertigen Beize benutze ich eine "Beize" aus Kreidefarbe. Dazu wird Kreidefarbe im Verhältnis von etwa 1:1 mit Wasser vermischt. Für den ersten Durchgang habe ich eine dunkelbraune Farbe (Annie Sloan Honfleur) gewählt. Ich streiche das Farb-Wasser-Gemisch mit einem dicken Pinsel auf, lasse es ein paar Minuten einwirken und nehme dann den Überschuss mit einem sauberen fusselfreien Tuch auf. Die Farbe hat sich in das Holz gesetzt, aber die Maserung bleibt erkennbar.



Nach dem Trocknen ist es mir noch etwas zu hell, daher mache ich noch einen Durchgang, dies Mal mit einer Mischung aus brauner und grauer Kreidefarbe. Wieder im Verhältnis 1:1 mit Wasser mischen, mit dem Pinsel auftragen und dem Tuch nachwischen.



Schon besser. Die Deckplatte wird am Ende mit dem Antiquing Wax von Miss Mustard Seed zweimal gewachst, dadurch erhält sie einen satten dunklen Ton.



Hier habe ich auch schon die erste Schicht Milkpaint aufgetragen. Zuvor habe ich die Ecken des Schrankes mit einem Teelicht behandelt, um hier die Farbe später wieder zum Abblättern zu bringen.


Nach der ersten Schicht Milkpaint war es aber klar: Der Schrank blutet aus. Die weiße Farbe verfärbte sich gelb, immer ein sicheres Zeichen dafür, das Holzinhaltsstoffe austreten und in die Farbe übergehen.



Das kann man auf der Tür gut erkennen. Vermeiden lässt sich die Verfärbung nur, in dem man

eine Grundierung mit Sperrwirkung aufträgt. Ich habe also eine Schichte Sperrgrund (hier von Lignocolor, durchsichtig) aufgetragen und die zweite Schicht Milkpaint war dann kein Problem mehr.


Nachdem sie getrocknet war, habe ich die Farbe noch einmal geschliffen um die Oberfläche schön glatt zu machen und natürlich um die typischen shabby chic Spuren herbeizuführen.


Dann die Tür noch mit einem Transfer von Redesign verzieren:



Den Griff habe ich ausgetauscht, das kleine Schloss repariert (der Schrank ging immer wieder auf) und so sieht mein Schrank jetzt aus:



Die Deckplatte gefällt mir gut, man sieht noch die Maserung und die Farbe passt perfekt.




Das Innere habe ich absichtlich ungestrichen gelassen, so sieht man noch, wie es ursprünglich aussah. Das mag ich in diesem Fall ganz gern.







Ich freu mich, dass dieses kleine Teil bei uns einzieht.


Was meint ihr?





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