Kamin mit Kreidefarbe streichen - eine lang gereifte Entscheidung und ein Fail

Aktualisiert: 9. Apr 2020


Es gibt Ideen, die müssen lange reifen. Manchmal auch dreizehn Jahre. Dieses Projekt war ein solches. Aber ich habe es geschafft: Ich habe meinen Kamin gestrichen!

Als wir einzogen, gab es im Wohnzimmer schon diesen alten Kamin. Er wird von der Küche aus über einen Einsatz betrieben, man sieht also kein Feuer, aber er gibt eine sehr schöne Wärme ab. Ich musste mich damals durchsetzen, ihn zu behalten, denn mein Mann wollte ihn im im Zuge der Renovierungen abreißen.

Die Farbe fanden wir schon damals gewöhnungsbedürftig. Aber da wir das ganze Haus renovieren mussten, blieb der Kamin erst einmal so.

Tatsächlich war er mir seitdem immer mal wieder ein Dorn im Auge. Die Wand über dem Kamin und die Fliesen da unter wurden mal so und mal so gestrichen - aber den Kamin zu streichen habe ich mich nicht gewagt. Selbst nach vielen Recherchen habe ich kein Produkt finden können, das für eine solche Oberfläche geeignet gewesen wäre - und wenn dann nicht in dem Farbton, den ich mir vorstellte.

Bis ich Kreidefarbe kennen gelernt habe. Je mehr ich mich damit beschäftige, umso eher probiere ich Dinge einfach aus. Wenn es schief geht, mache ich es eben neu.

Und daher habe ich mich auch endlich dazu entschlossen, den Kamin mit Kreidefarbe zu streichen. Bei diesem Projekt habe ich mich für die Firma "Painting the Past" entschieden und wählte eine Kreidefarbe in sogenannter Eggshell Qualität. Diese Farbe enhält bereits die Versiegelung, ist abwischbar und gerade auf Oberflächen, die nicht angeschliffen werden können, robust und kratzfest. Außerdem glänzt sie leicht, was ich für einen Kamin schöner finde als die pudrige Optik anderer Kreidefarbe.

Ich wählte den Farbton "Historical White" und bestellte vorsichtshalber zwei Dosen. Die Dose mit 750 ml kostet € 36,00.

Zunächst einmal habe ich den Kamin sorgfältig abgeklebt. Ich benutze immer Frog Tape, denn ich finde, das macht die perfektesten Kanten. Warum ich das erwähne? Kommt später.

Zum Streichen habe ich eine Lackrolle benutzt, um einen möglichst gleichmäßigen Farbauftrag zu erreichen. Das klappt bestens, doch um die grüne Farbe richtig deckend zu streichen, brauchte ich drei Schichten. Aber eigentlich keine langwierige Angelegenheit, mit Rolle streicht es sich nämlich wirklich fix.

Aber dann die Katastrophe: Als die Farbe trocken war, wollte ich das Klebeband abziehen. Leider hat es sich mit der Farbe so verbunden, dass es die gesamte Farbe einfach in einem großen Stück wieder abzog. Wie eine Folie konnte ich alle drei Schichten jeder Fliese, die mit dem Klebeband verbunden war, einfach abziehen!