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Terrasse oder Balkon - Wie du einen Outdoor-Boden verlegst

Unser Haus hat einen winzig kleinen Balkon, der vom Arbeitszimmer abgeht. Als wir vor 20 Jahren eingezogen sind, war er mit einfachen Brettern ausgelegt, die aber irgendwann morsch waren. Wir haben sie entfernt und seitdem ist der Balkon ohne Boden. Und ich muss leider sagen, das ist schon viel zu lange der Fall.

 



 

Nun aber kommt der Frühling und ich dachte mir, es wäre an der Zeit, den Balkon wieder ein bisschen herzurichten. Wir benutzen ihn nicht sehr oft, aber er grenzt an das Arbeitszimmer von Dirk und es wäre doch schön, wenn er an Tagen, an denen er Homeoffice macht, auch mal vor die Tür treten kann.

Eine rauchen (nicht gut) oder einen Kaffee trinken (sehr gut). Ich werde dem Balkon also einen neuen Boden verpassen und zeige euch heute, wie ich dabei vorgehe.

 


Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit meinem Kooperationspartner wolfcraft entstanden und ich freue mich, dass ich heute das neue Terrassenbau-Set PRO ausprobieren kann.


 

Mein Balkon ist super klein, er hat eine Fläche von nicht einmal 3 qm. Daher brauche ich auch nicht sehr viel Material.

 

Benötigtes Material:

10 Stück Terrassendielen Douglasie, 200 x 12,5 x 2,5

4 Stück Holzlatten Douglasie 200 x 4,4 x 2,4 (Achtung: Normalerweise wird Konstruktionsholz verwendet – s. Text)

Unterkonstruktion Auflagepads (meine 60 x 90 x 3, hier dickere von wolfcraft)

Spax Terrassenschrauben 5 x 40 (Achtung: Bei Konstruktionsholz braucht du längere Schrauben! Ich musste improvisieren, da ich kein Konstruktionsholz benutzt habe. Im Text mehr dazu)

 

 

Benötigtes Werkzeug:

Kappsäge

Bleistift

Stichsäge

Wasserwaage

Akkuschrauber

Flächenpinsel

 

Bevor du startest, gibt es ein paar grundlegende Dinge zu beachten. Beim Bau einer Terrasse müsste man noch ein paar weitere Dinge beachten, diese Anleitung gilt für einen Balkon.

 

Unterkonstruktion mit Gefälle

Um den Untergrund stabil, trittfest und ebenmäßig zu gestalten, brauchst du eine stabile Unterkonstruktion. Diese wird aus Unterkonstruktionsholz gebaut. Auf der Unterkonstruktion werden dann die Bodendielen quer dazu aufgeschraubt. Damit das Ganze möglichst lange gut aussieht und außerdem Wind und Wetter standhält, sollte die Unterkonstruktion zum Boden hin vor Staunässe geschützt sein. Und genauso kann man das Holz der Unterkonstruktion auch nach oben hin mit einem Tape abdichten, damit es vor Regenwasser geschützt ist. Wasser muss auf der Fläche ablaufen können, weswegen man ein kleines Gefälle von 1 - 2% in Richtung der Rillen mit einbauen sollte.

Die Unterkonstruktionslatten müssen in einem bestimmten Abstand gelegt werden, so dass alles stabil ist und das Holz arbeiten kann. Die Schrauben sollten gleichmäßig in einer Flucht gesetzt werden.


 

 

Überlege dir, welches Holz du für Balkon/Terrasse benutzen willst. Die Qualität von Dielen und Unterkonstruktion sollte immer ungefähr gleich sein, damit beides gleich gut und lange hält. Ich habe mich für Douglasie entschieden.


Zunächst einmal messe ich aus, wie groß mein Balkon ist. Ich komme auf ca. 1,25 x 1,73, wobei ich auch für den Türeingang noch ein extra Stück einplanen muss. Mit diesen Informationen rechne ich aus, was ich an Holz benötige.

 

Praktisch: Wenn du innenliegend messen musst und der Zollstock „im Weg“ ist, nutze das Innenmaßadapter für Zollstöcke. Es lässt sich einfach aufsetzen und flexibel ausziehen.

 

Höhe beachten

Mein Balkon weist ein kleines Problem auf. Die Tür lässt sich nur nach außen öffnen, was wirklich eine merkwürdige Konstruktion ist, oder? So bleibt noch weniger Platz auf dem Balkon, wenn man dort etwas hinstellen möchte. Und für mich ist es ungünstig, da ich mich an dem unteren Türrahmen orientieren muss, wenn es um die mögliche Höhe der Terrasse geht. Sonst bekomme ich die Tür nicht mehr auf. Der Boden darf bei mir nicht höher als 6 cm werden.

 

 

Das ist ein Problem. Denn als Konstruktionsholz sollte man idealerweise Kantholz mit den Maßen 42x29 wählen. Wenn dann aber noch eine Diele obenauf liegt, ist es für meinen Balkon zu hoch. Ich muss unter 6 cm bleiben. Bedeutet: Ich kann kein Konstruktionsholz nutzen, sondern „nur“ Holzlatten mit einer Höhe von 2,4 cm. Das ist normalerweise nicht so gut, da Holzlatten nicht so beständig und stabil sind. Für meinen kleinen Balkon aber sollte es so passen und gewisse Kompromisse muss man eben mal machen.

 

Abstände beachten

Die Unterkonstruktionslatten sollten normalerweise in einem Abstand von max. 50 cm verlegt werden. Das gilt für eine Dielenstärke von 25 mm. Bei dünneren Dielen (bis 21 mm) reichen 40-45 cm Abstand. Meine Douglasien-Dielen sind 25 mm stark. Dünnere Dielen waren ungleich viel teurer, daher habe ich mich für die dickeren entschieden, obwohl ich ja eigentlich Platz sparen muss.

Ich rechne mir aus, wie meine Unterkonstruktion liegen muss, damit sie gleichmäßig verteilt ist. Die Abstände müssen immer gleich breit sein. Ich komme bei mir auf einen Abstand von 48 cm, also etwas weniger als die üblichen 50 cm, aber das sollte passen. Die Dielen müssen später einen Abstand von 1,5-2 cm zur Hauswand aufweisen, damit das Holz arbeiten kann. Die Unterkonstruktion muss also entsprechend den gleichen Abstand (oder etwas weniger) aufweisen.


Wichtig für die Unterkonstruktion: Die letzte Schraubung der Diele sollte ca. 5 – 10 cm vor dem Dielenende sitzen. Berechne also, wo die äußersten Latten der Unterkonstruktion liegen sollen.

 

Ich säge zunächst das Holz für die Unterkonstruktion vor und lege es probehalber einmal auf dem Balkon aus. So sehe ich, ob alle Abstände passen und ob ich genügend Platz zur Wand eingehalten habe.

 

 

Ich fand das Legen der Unterkonstruktion ein wenig fummelig. Ständig hat es sich verschoben, ich musste auf die Abstände achten und auf einen 90 Grad Winkel zum Eingang ebenso.


 

Durch das aufgeklebte Spaxtape (hierzu komme ich später) konnte ich nur noch schwer erkennen, ob die Latten wirklich parallel liegen. Ich habe mich hier zugegebenermaßen etwas schwer getan. Ebenso ist mein Balkon schief und krumm und die Abstände total ungleich. Hätte ich die erste Diele parallel zur Kante des Balkons gelegt, wie man ja denken würde, wäre die letzte Diele am Eingang schief „angekommen“. Ich musste also genau messen, wie ich die erste Diele am Ende des Balkons genau parallel zum Eingang anbringe. Auch hier hat mir das Innenmaßadapter sehr geholfen.


 

 Nach den Unterkonstruktionslatten säge ich jetzt ebenfalls schon einmal die Dielen zu, damit ich noch einmal abschließend kontrollieren kann, ob meine Höhe wirklich passt.

Mein Tipp: Sägt die Enden der Dielenbretter einmal 2 cm ab, um eine frische Sägekante zu haben. Das sieht einfach schöner aus.


 

Meine Dielen sind zugesägt (bis auf die letzte vor der Tür, die ich später noch anpassen muss) und ich lege sie einmal probeweise aus. Zum Glück: Die Höhe passt.


 

Wetterschutz

Nun kann man die Dielen zum jetzigen Zeitpunkt schon ölen, um sie wetterfest zu machen. Man kann sie auch erst verlegen und dann ölen. Um aber auch einen Schutz auf der Rückseite des Holzes zu haben, öle ich alle Dielen vorab und lasse sie gut trocknen.


 

Weiter geht es in der Zwischenzeit mit der Unterkonstruktion. Damit sie vor Nässe geschützt ist, sollte man schützende Auflagepads unter die Latten legen. Sie kommen in unterschiedlichen Stärken, ich hatte mit 3mm die geringste ausgesucht, da ich ja mit meiner Höhe aufpassen muss.


 

Leider wurde meine Konstruktion mit den Pads dann zu hoch, so dass ich sie schweren Herzens wieder entfernt habe. So wird meine Terrasse vielleicht ein bisschen kürzer halten als sonst. Aber wie war das mit den Kompromissen gleich?


Damit Wasser abfließen kann, muss der Boden ein leichtes Gefälle von 1-2 cm haben, in Richtung der Bodenrillen. Auch dieses Gefälle baut man mit den Auflagepads ein. Ich habe Glück, denn der Boden meines Balkons hatte schon ein Gefälle, das zum Abfluss geneigt ist. Die Wasserwaage zeigt automatisch eine Neigung an, so dass ich auch hier ohne die Pads auf der sicheren Seite bin.

Die Unterkonstruktion liegt. Auf die Latten kann man nun zum Schutz noch eine Folie kleben, das SPAX Tape. Damit ist auch die Unterkonstruktion vor Regen von oben geschützt. Da das Tape

superdünn ist, mache ich zumindest diesen Schritt.


 



 Rostfreie Schrauben

Die Unterkonstruktion liegt, hat ein Gefälle, ist im besten Fall von unten und oben gegen Staunässe geschützt. Nun können die Dielen aufgeschraubt werden. Ein Wort zu den Schrauben: Nutze rostfreie Edelstahlschrauben. Üblichweise in einer 5 mm Stärke, Länge abhängig von der Dielenstärke und der Unterkonstruktion, die du benutzt. Wenn die Dielen bis 21 mm stark sind, reichen bei einer normalen Unterkonstruktion Schrauben mit 60 mm, wenn die Dielenstärke höher ist, nimm 70 mm Schrauben. Ich nutze tatsächlich kürzere Schrauben, da meine Unterkonstruktion ja niedriger ist.


Ich beginne mit der Diele am Ende der Terrasse, bei mir am Rand des Balkons. Ich habe hin und her überlegt, ob ich vorne starte oder hinten… habe mich aber für hinten entschieden, weil ich hinten ein ganzes Brett haben wollte. Lege die erste Diele und achte auf eine gerade Ausrichtung ZUM EINGANG! Nichts sieht schlimmer aus, als wenn die Dielen später nicht wirklich paralell zur Türöffnung liegen. Mein Balkon ist schief und krumm, es ist unglaublich, wie ich improvisieren musste.


 

Vorbohren

Jede Diele wird auf der Unterkonstruktion mit je zwei Schrauben am rechten und linken Rand der Diele festgeschraubt. Dabei sollten die Schrauben ca. 2 cm vom Rand entfernt eingeschraubt werden. Bohre AUF der Rille, nicht IN der Rille, damit das Wasser später nicht in der Rille steht.

Dielen und Unterkonstruktion unbedingt vorbohren, damit du Splitterungen vermeidest. Dem wolfcraft Set liegt ein Vorbohrer mit Senker und Tiefenstopp bei, was super praktisch ist. Für eine exakte Platzierung der Schrauben auf der Diele und damit alle Schraubungen gerade und in einer Flucht ausgerichtet sind, hilft das wolfcraft Terrassenbohrmobil.. Das Bohrmobil stellst du einmal korrekt auf deine Bedürfnisse ein, fixierst es und benutzt es mit diesen Einstellungen die ganze Zeit.


 


Mit dem Vorbohrer und dem Bohrmobil markierst du zunächst dein Bohrloch vor. Anschließend kannst du auf der Markierung bohren.

 

Der Tiefenstopp sollte so eingestellt sein, dass die Schraube eben mit der Diele abschließt. Liegt sie zu viel tiefer, kann sich Wasser sammeln.

 

Fugenbreite beachten

Wenn du die nächste Diele ansetzt, halte eine Fugenbreite von 6-8 mm ein, weil das Holz arbeitet. Die Abstandshalter im Terrassenbau-Set von wolfcraft haben zwei Seiten. Eine für 6 mm, die andere mit 8mm breite Fugen.


 

Ich benutze die 8 mm Abstandshalter, denn meine Terrasse ist der Witterung ausgesetzt und wird daher mehr arbeiten. Die schmaleren Abstandshalter sind eher für geschützte Terrassen gedacht. Lege die Abstandshalter einfach zwischen die Dielen. Die Montagezwinge PRO hat Spezialspannbacken, die perfekt in die Fuge passen. Damit kannst du immer zwei Dielen miteinander verzwingen, um sie sicher verschrauben zu können.


 

So arbeitest du dich Diele für Diele vor. Immer zwei Dielen mit der Zwinge fixieren, Bohrmobil, Bohrung markieren, dann vorbohren und dann verschrauben.


 

Wenn du vorne am Ende sozusagen ankommst und die letzte Diele zu breit ist (wie bei mir), musst du sie anpassen. Ich musste auch noch einen Ausschnitt aussägen für die  Laufleiste meiner Außenjalousien. Dabei habe ich mit der Stichsäge gearbeitet. Messt vorher unbedingt ganz genau aus, wo ihr sägen müsst. Warum ich das explizit erwähne? Nun ja, ich musste die letzte Diele natürlich zweimal zusägen…


 

So sieht mein Balkon jetzt aus und ich muss sagen, ich bin wirklich super happy mit dem Ergebnis!


 


 


 

Er wirkt so viel einladender! Man mag raustreten und sich setzen. Es sieht freundlich und warm aus. So viel schöner als vorher und am Ende auch super einfach gemacht.


Übrigens: Für die Zwinge des Terrassenbausets PRO liegen zwei zusätzliche Spannbacken bereit, die du ganz einfach austauschen kannst. So wird sie nach getaner Arbeit zu einer normalen Zwinge, die du für andere Projekte außer dem Terrassenbau weiter verwenden kannst.




 

Ich mache es mir jetzt mal auf meinem neuen Balkon gemütlich und freue mich, dass ich mit den Tools von wolfcraft dieses Projekt zu einer relativ einfachen Herausforderung machen konnte. Ich denke, das kann wirklich jeder. Ich überlege nun, noch eine kleine Terrasse unter meinem Apfelbaum im Garten zu bauen.



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